„Kulturgut unter Druck“ – mit diesem verbalen Trommelschlag meldet sich der Deutsche Musikrat im Januar 2026 zu Wort und fordert eine Strategie zur Sicherung der Kirchenmusik. Denn diese stellt eine wichtige Ressource für das kulturelle Leben Deutschlands dar – als Impulsgeberin für professionelle künstlerische Entwicklungen, aber auch als Fundament der Amateurmusik. Besonders im ländlichen Raum ist sie oft der zentrale Ort kultureller Begegnung. Sie wirkt tief in die Gesellschaft hinein, bewahrt wertvolles Kulturgut und vermittelt Glauben. – Doch diese Strukturen sieht der Musikrat durch Fachkräftemangel und die fehlende Unterstützung kirchenmusikalischer Verbände gefährdet und verlangt ein rasches Handeln.
Kirchenmusikstellen ausbauen, musikalische Bildung fördern
Prof. Lydia Grün, Präsidentin des Deutschen Musikrats, betont: „Wir brauchen jetzt ein gebündeltes Engagement der Verantwortlichen in Kirchen und Gesellschaft, um die Kirchenmusik zukunftsfähig zu machen. Der Deutsche Musikrat bietet hierzu seine Mithilfe an. Musikalische Bildung muss als Kernbestandteil kirchlichen und kirchenmusikalischen Handelns anerkannt und intensiv gefördert werden. Zugleich müssen wir die Amateurmusik, die Ausbildung und kirchenmusikalischen Verbände unterstützen und uns für den Erhalt und Ausbau der haupt- und nebenberuflichen Stellen von Kirchenmusiker:innen einsetzen. Nur so können wir die notwendigen Rahmenbedingungen für eine lebendige Musizierpraxis der Kirchenmusik für die Gesellschaft erhalten.“
Kirchenmusik ist Teilhabe, Integration und Glaubensvermittlung
KMD Christian Finke, Vorsitzender des Bundesfachausschusses Musik in Religionen und Kirchen des Deutschen Musikrats, ergänzt: „Die Kirchenmusik in Deutschland ist ein wesentlicher Baustein, ja, ein leuchtender Mosaikstein für die Kultur unserer Gesellschaft. Kirchenmusik bedeutet musikalische Bildung über alle Generationen hinweg, niedrigschwellige Teilhabe und Integration, professionelles Engagement und nicht zuletzt klingende Vermittlung des Glaubens. Kirchenmusik weiterzuentwickeln und auch für die Zukunft zu festigen, ist eine Herausforderung, die von der Gesellschaft, von den Kirchen und der Politik nur gemeinsam und kooperativ bewältigt werden kann.“
Mit seinem Bundesfachausschuss Musik in Religionen und Kirchen will der Deutsche Musikrat für die Wirkungskraft von Musik in sakralen Kontexten sensibilisieren und den interreligiösen Dialog fördern. Bereits 2022 setzte er mit dem Kongress „Kirchenmusik als Chance für Gesellschaft, Kultur und Kirche“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland wichtige Impulse.




