Bei seiner Jahrestagung diskutierte der CEK-Zentralrat aktuelle Herausforderungen, bestätigte sein Präsidium im Amt und beschloss einen Aufruf zum Singen im Gottesdienst

■ Die jährliche Zentralratstagung – die Mitgliederversammlung und damit das oberste Gremium des Dachverbands aller evangelischen Chöre in Deutschland – fand nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause endlich wieder mit persönlichem Kontakt in Präsenz statt. Im niedersächsischen Evangelischen Bildungszentrum Hermannsburg fühlten sich die Vertreter:innen aus den Landesverbänden und -kirchen vom 19. bis 21. Juni 2022 bei strahlendem Sonnenwetter ausgesprochen wohl.

Diese freundlichen Rahmenbedingungen stützten das Gefühl von Aufbruchstimmung und Zukunftsorientierung, das sich konsequent durch die zwei Tage zog. Mit Klagen über die Pandemie mag sich niemand mehr aufhalten; hierzu ist irgendwie alles gesagt, sind Konzepte entwickelt, der Umgang gelernt, das Singen wieder möglich. Man schaut stattdessen nach vorn und nimmt wahr, dass der CEK und seine Angebote für die Chöre zwischenzeitlich in den Landeskirchen, in der EKD und auch darüber hinaus deutliche Aufmerksamkeit finden:

Die neue Chorsatzdatenbank www.such-wer-da-will.de, mit Unterstützung der EKD auf die Beine gestellt, erweist sich als extrem hilfreiches Tool und findet großartiges Feedback bei den Kirchenmusiker:innen. Die AG „Singen mit Kindern und Jugendlichen“ im CEK veröffentlicht Literaturempfehlungen, sichtet und vergleicht Ausbildungsangebote für Kinderchorleitung und hat noch viel mehr vor, um die wichtige Nachwuchsarbeit zu fördern. Das Kompetenznetzwerk Amateurmusik bietet unter tatkräftiger Mitwirkung des CEK praktische Hilfen und Handreichungen für den Choralltag. Beratung und Unterstützung bewirken außerdem, dass Fördermittel des Bundes auch von kirchlichen Chören in Anspruch genommen werden; allein in diesem Kreis hat ihr Umfang 2021 eine halbe Million Euro überstiegen. Die Mitwirkung in ungezählten Fachgremien sichert dem CEK Gehör für die kirchenmusikalischen Anliegen. Die Spendenaktion „Chöre helfen Chören“ leitet kontinuierlich Hilfsgelder an evangelische Chöre in Osteuropa. Und nicht zuletzt die Neuordnung der CEK-Geschäftsstelle mit einem Generalsekretär ermöglicht eine forcierte Öffentlichkeitsarbeit, um die vielen guten Nachrichten auch zu verbreiten …

Über all diese Aktionsfelder des CEK noch hinaus diskutierte der Zentralrat weitere Zukunftsthemen – etwa Notenausgaben und Kirchentage, Rollenbilder in kirchlichen Liedern und das neue evangelische Gesangbuch – und priorisierte strategische Themenfelder für die nächsten Jahre. Ausführlich befasste sich das Gremium mit dem gottesdienstlichen Gemeindegesang, im Chor ebenso wie in den Bankreihen, und verfasste vor dem Hintergrund der Corona-Erfahrungen einen deutlichen Aufruf: „Gemeinsames Singen ist unverzichtbarer Bestandteil des evangelischen Gottesdienstes. Lasst die Gemeinde singend mitgestalten!“ Der vollständige Text ist hier nachzulesen.

All das wird weiter von dem bewährten Führungsteam im CEK verantwortet: KMD Christian Finke, Berlin (EKBO), wurde als CEK-Präsident ebenso wie KMD Brigitte Raucher, Troisdorf (EKiR), als Vizepräsidentin und Hans-Stephan Simon, Dessau (Anhalt), als Vizepräsident bis 2028 bestätigt. Herzlichen Glückwunsch – zur Wiederwahl, zu den erreichten Erfolgen und zu diesem aktiven Verband!

ND

Begrüßung durch den ECNB: Der regionale Chor­verband umfasst fünf Landeskirchen in Niedersachsen und Bremen
Neue Gesichter beim Netzwerken: Hauke Scholten (Reformierte Kirche, rechts) und Niklas Dörr (CEK-Generalsekretär)
Zuhören und mitdiskutieren: Vorsitzende und Delegierte im offenen Austausch in großer Runde
Singpause: Wo, wenn nicht beim Chorverband, wird zwischendurch auch aktiv gesungen …
Ein Dorf wird fromm: Pastor Scheller erzählt beim Stadt­rundgang die Geschichte Hermanns­burgs
Altes und zugleich neues Präsidium: Christian Finke, Brigitte Rauscher und Hans-Stephan Simon (v.r.n.l.) führen den CEK